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Es kommt die Zeit, da möchte man den Domainnamen seiner Webseite ändern. Vielleicht weil es einen neuen Markennamen gibt, vielleicht weil es eine bessere und sprechendere Domain gibt. Bei diesem Vorhaben stellt sich unweigerlich die Frage, was mit der bisherigen SEO-Reputation passiert. Mit den richtigen Tricks und Kniffen wird diese auf die neue Domain übertragen.


Es ist Juni 2019. Seit 2006 betreibe ich diese Seite und angefangen hat alles unter der Domain „daniel-net.de“. Als Namen der Seite verwende ich aber schon seit 2013 „Pixelfriedhof“, das ist sprechender, denn hier geht es um IT und Fotografie. Außerdem, finde ich, klingt es einfach besser als eine Domain mit Eigennamen und einer TLD (Top-Level-Domain) „net“ im Namensbestandteil, letzteres sorgte seit jeher immer wieder für Verwirrung. Deshalb werde ich diese Webseite nun zukünfitg unter pixelfriedhof.com bereitstellen. Wenn Sie diesen Beitrag über Google gefunden haben, hat mein Domainwechsel SEO-technisch funktioniert.

Nehmen Sie sich Zeit

Ein Domainwechsel passiert nicht von heute auf morgen. Es ist zwar ein Leichtes eine neue Domain zu bestellen und die alte Domain umzuleiten, doch kalkulieren Sie mit mindestens 1 Jahr bis sich alle Wogen geglättet haben. In dieser Zeit sollten Sie einen Parallelbetrieb der alten und neuen Domain fahren.

 

Kündigen Sie auf keinen Fall die alte Domain

Abgesehen vom oben genannten Parallelbetrieb, sollten Sie auch anschließend auf keinen Fall die ursprüngliche Domain kündigen. Ich habe erlebt, dass ein Mitbewerber eines Kunden die alte Domain nach dessen Kündigung kaufte um dort eigene Produkte anzubieten. Große Scheiße.


Statistiken anfertigen

Bevor Sie mit irgendwas anfangen, sollten Sie Statistiken über Ihre Webseite sammeln. Dies hilft Ihnen ein besseres Verständnis dafür zu erhalten, was alles mit Ihrer Domain verbunden ist. Außerdem können Sie später leichter beurteilen ob die neue Domain vergleichbar angenommen wird und wie weit Sie bei der Umstellung fortgeschritten sind.

Die wichtigste Statistik ist die Liste der eingehenden Links, von denen aus Besucher auf Ihre Website gelangen. Das ist wichtig, weil es sich hierbei um einen sehr großen SEO-Ranking-Faktor handelt und Sie beim Ändern von Domainnamen den Verlust guter Links vermeiden wollen.

Sie erhalten eine Liste der eingehenden Links wenn Sie in der „Google Search Console“ (früher „Google Webmaster Tools“) den Bericht „Links“ -> „Top-verweisende Websites“ aufrufen. Dieser Bericht zeigt Ihnen alle Links, die auf Ihre Website verweisen und von Google erkannt werden. Sie sollten diese Liste für Ihre Referenz exportieren.

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Als nächstes sollten Sie sich eine Liste Ihrer 10 bis 20 wertvollsten Seiten mit deren URLs erstellen. Diese Links prüfen wir später um sicherzustellen, dass die Weiterleitungen auf den neuen Domainnamen funktionieren.

Sie sollten die „Google Search Console“ auch verwenden, um ein Audit der wichtigsten Keywords durchzuführen, nach denen die Leute suchen, wenn sie auf Ihre Website gelangen.

 

Neue Domain in der „Google Search Console“ anlegen

Damit Sie später Ihr Suchmaschinenranking von der alten auf die neue Domain übernehmen können, sollten Sie die neue Domain zunächst in der „Google Search Console“ anmelden.

 

301 „Moved permanently“-Redirects everywhere!

Die Einrichtung eines 301 Redirect sendet den Benutzer nicht nur auf die richtige Seite mit neuem Domainnamen, dieser Redirect meldet auch den Suchmaschinen, dass die Seite dauerhaft unter einen neuen Namen verschoben wurde und überträgt die Link-Reputation auf die neue Seite. Die alte Adresse wird also per 301er-Weiterleitung an die neue Domain weitergeleitet.

Sie können in Ihrer .htaccess-Datei eine so genannte "Wildcard"-Weiterleitung erstellen, die alles auf der Ebene des Domainnamens überträgt. Dieses Vorgehen fügt einen 301 Redirect zu all Ihren alten Domain-URLs hinzu und verschiebt sie auf die neue Domain mit der gleichen URL.

Alternativ können Sie möglicherweise auch eine komfortablere 301-Weiterleitung über die Verwaltungskonsole Ihres Webhosters einstellen, dann müssen Sie sich nicht mit der Anpassung der .htaccess-Datei herumquälen.

Wenn die 301er-Weiterleitung aktiv ist, ist es absolut überlebenswichtig, dass Sie sich Zeit nehmen um sicherzustellen, dass alles richtig umgeleitet wird. Dies ist sowohl für den Traffic, als auch für die Suche sehr wichtig. Sie können einen 301-Checker verwenden, um sicherzustellen, dass alles richtig übertragen wird.

Außerdem öffnen Sie die zuvor erstellte Liste Ihrer 10 bis 20 wichtigsten Seiten und prüfen was passiert, wenn Sie die alte URL im Browser aufrufen. Im Idealfall sollte sich die gewünschte Seite öffnen, allerdings mit der neuen vorangestellten Domain. Abgesehen von der neuen Domain sollte sich sonst aber absolut nichts im Aufbau der URL ändern, siehe nächster Abschnitt.

 

URL-Struktur beibehalten

Versuchen Sie, beim Domainwechsel die gleiche URL-Struktur beizubehalten. Nehmen Sie keine weiteren Umstellungen vor, die den Aufbau der URL-verändern, das wäre das absolute Link-Armageddon. Ihre Benutzer und Google haben schon genug mit dem neuen Domainnamen zu kämpfen. Wenn Sie unbedingt Änderungen an der URL-Struktur vornehmen möchten, ist es am besten, einige Monate, besser mindestens ein Jahr nach dem Domaintransfer zu warten.


Nicht zu viele Baustellen eröffnen

Halten Sie sich auch ansonsten mit Änderungen bestehender Seiten zurück. Ihre Benutzer und Google haben schon genug mit dem neuen Domainnamen zu kämpfen. Das bedeutet, dass Sie nicht gerade Meta-Daten Ihres Inhalts oder Überschriften und Seitentitel ändern sollten. Warten Sie damit, bis der Großteil des Domainumzuges durch ist. Neue Inhalte können Sie weiterhin wie gewohnt anlegen.

 

Wenn alte Domain SSL unterstützte, sollte die neue Domain das auch tun

Die Bereitstellung von Webseiten mit SSL-Zertifikat stellt einen Ranking-Faktor dar. Daher sollte die neue Domain auch mit einem SSL-Zertifikat ausgestattet sein, wenn die alte dies zuvor auch war. Auch hier empfehle ich einen Parallelbetrieb von SSL-Zertifikaten von mindestens einem Jahr. Danach kann das SSL-Zertifikat der alten Seite gekündigt werden um Kosten zu sparen.

 

Teilen Sie Google mit, dass Ihre Seite umgezogen ist

Wenn Sie in der alten Ansicht der „Google Search Console“ (das Feature gibt es noch nicht in der neuen Version ) auf das kleine Zahnradsymbol klicken, finden Sie einen Link zu "Adressänderung". Dies ist ein Tool, mit dem Sie Google darüber informieren können, dass Sie Domainnamen geändert haben. Google wird die Domain im System aktualisieren, damit Ihre Angebote auf dem neuesten Stand sind. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

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Verlinkende Seiten benachrichtigen

Schauen Sie sich die Liste Ihrer eingehenden Links an. Versuchen Sie die Webseitenbetreiber davon zu überzeugen, die Links zu ändern und auf die neue Webseite zu verweisen. Ja, ich weiß, das macht mal so gar keinen Spaß. Gerade wenn es sich um Links in Foren oder bei Wikipedia handelt, ist das oft mit Schwierigkeiten menschlicher Natur verbunden. Nehmen Sie Abstand von dem Gedanken, dass Sie alle eingehenden Links ändern können. Dennoch sollten Sie es versuchen. Jeder geänderte eingehende Link ist ein guter Link.

404-Fehler überwachen und abstellen

404 (Page not found) Fehler treten auf, wenn eine Seite nicht richtig umgeleitet wird. Der Besucher ruft eine Adresse auf, unter der dann kein Inhalt gefunden wird. Sie sollten daher ein Tool nutzen, mit dem Sie eventuell auftretende 404-Fehler überwachen und beheben können. In modernen CMS-Systemen wie Joomla und Typo3 sind solche Tools bereits „ab Werk“ enthalten, für andere CMS-Systeme wie Wordpress gibt es Add-Ons. Überprüfen Sie jeden Tag in der ersten Woche ob 404-Fehler aufgetreten sind, und falls dies der Fall ist, legen Sie innerhalb des CMS direkt eine Weiterleitung zu der richtigen Seite an. In den darauf folgenden Monaten sollten Sie wöchentlich nach 404-Fehlern Ausschau halten und diese dann korrigieren.

 

Weitere Checkliste (nicht unbedingt SEO-relevant)

Neben den oben genannten, Ranking-relevanten Punkten, gibt es unter Umständen noch weitere Punkte, die bei einem Wechsel der Hauptdomain zu prüfen sind. Ich liste in der folgenden Checkliste die Punkte auf, über die ich gestolpert bin:

  • Werden APIs genutzt, welche nur auf die ehenalige Domain berechtigt sind? Wenn ja, muss auch die neue Domain dafür berechtigt werden. Beispiele sind Google Maps und Google Recaptcha.
  • Anpassung von eingebundenen Werbenetzwerken, wie zum Biepsiel Google Adsense, damit die Anzeigenblöcke auch beim Aufruf der neuen Domain gezeigt werden.
  • Anpassung von Affiliate-Seiten und deren APIs, damit Links 
  • Aufräumen alter, eingebundener Skripte. Spätestens nach einem Jahr sollte einmal geschaut werden, ob noch alte und mitlerweile überflüssige Scripte eingebettet sind. Der alte Analytics-Code zum Beispiel kann weg, wenn der der neuen Seite funktioniert. 

 

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