Ideen und Aufgaben für Fotografen während der Corona-Zeit

Der Ausbruch des Corona-Virus lähmt das öffentliche Leben und die Wirtschaft. Fotografen fragen sich nun möglicherweise, womit man die ungewollt freie Zeit vertreiben kann. In meiner Sammlung gebe ich einige Tipps für eine produktive Pandemie-Zeit.

Duplikate im Dateisystem ausmisten

Ja, ich fange direkt mit den Dingen an, die den wenigsten Spaß machen. Jeder kennt diese Ordner, in denen man unzählige Duplikate hat. Eigentlich reicht es ein Bild der Serie aufzubewahren, aber aus irgendeinem Grund hat man noch zig andere Fotos desselben Motivs herumliegen, schließlich könnte es ja sein, dass man ein Detail übersehen hat oder die Aufnahme später nochmal bearbeiten möchte. Wenn wir ehrlich sind: Das machen wir nie wieder und niemand braucht diese Foto-Leichen im Dateisystem. Was wir aber immer brauchen können, ist freier Speicherplatz. Also ran an den Datenmüll.

Was erstmal nach wenig Spaß klingt, lässt sich mit den richtigen Tricks und Kniffen aber zumindest vereinfachen und unterstützen. Ich selber nutze das Programm „Gemini 2„. Es untersucht einen vorgegeben Speicherort und zeigt mir nach einer Analyse alle darin enthaltenen Duplikate, gruppiert nach Motiv an.

Gruppierung gefundener Duplikate in Gemini 2
Gruppierung gefundener Duplikate in Gemini 2

Auf einer übersichtlichen Oberfläche kann ich dann die Bilder markieren, welche ich behalten möchte, die restlichen Fotos werden entfernt. Das tolle ist, dass das Programm „Gemini 2“ hier dazu lernt: Wähle ich häufiger Bilder nach bestimmten Kriterien aus, erkennt das Programm dies und fragt mich zum Beispiel, ob ich bei allen gefundenen Duplikaten den gleichen Maßstab anlegen möchte und zum Beispiel immer das größte oder neuste Bild behalten möchte.

Gerade Fotografen die häufig mit der Sereienbildaufnahme arbeiten, wie ich zum Beispiel im HDR-Bereich, können so mehrere 100GB an Daten finden und ausmisten. Durch die automatische Motivgruppierung und automatische Selektion geht das Aufräumen erstaunlich schnell von der Hand. Und wenn man letztlich den gewonnnenen Speicherplatz sieht, spätestens dann, macht es auch tatsächlich Spaß.

Fotos hochladen und verkaufen

Stock-Anbieter wie „Adobe-Stock“ oder „Shutterstock“ erlauben es Fotografen, ihre Videos oder Fotos über deren Plattformen zu vertreiben. Die Stock-Anbieter kümmern sich dabei um die Lizenzvergabe und den Verkauf an Kunden und als Fotograf hat man nur einmalig Arbeit mit dem Erstellen eines Accounts und dem Hochladen und Verschlagworten der eigenen Bilder.

Einreichen und Verschlagworten der eigenen Uploads

Wie viel Geld man mit den Bildern letztlich erzielt ist schwer abhängig vom Motiv und der Verschlagwortung, aber es ist einen Versuch wert. Ob es nun professionelle Fotografien sind, die wir versuchen zu vermarkten, oder auch „nur“ gute Schnappschüsse aus dem letzten Urlaub – die Stockportale bergen Potential, damit unsere Aufnahmen nicht nur digital „herumliegen“.

Die Anbieter prüfen die hochgeladenen Dateien auf Qualität und Originalität. Diese Hürde lässt einen am Anfang manchmal verzweifeln und ich gebe zu, dass ich anfangs oft etwas traurig war, wenn Inhalte abgelehnt wurden, weil die Prüfer Makel gefunden hatten, von denen ich selber noch garnichts wusste. Doch dieses Feedback ist wertvoll, denn bei folgenden Aufnahmen achtet man genau auf diese Fehler und verbessert sich so. Nach knapp 400 eingereichten Aufnahmen unterlaufen mitr nurnoch selten Fehler die zu einer Ablehnung führen.

Mein Lieblings-Stock-Anbieter ist Adobe Stock. Die Auszahlungen hier sind mit die höchsten und der ganze Upload- und Einreichprozess ist sehr komfortabel gestaltet. Zudem unterstützt eine Bilderkennungssoftware bei der Verschlagwortung der einzureichenden Bilder.

Wenn man aber schon einmal dabei ist Bilder zu verschlagworten und zu betiteln, kann man diese Daten gleich bei einer zweiten oder dritten Palttform einreichen und dabei einfach per „Copy&Paste“ die Schlagworte auch bei anderen Portalen eintragen.

Folgende Anbieter kann ich empfehlen:
Adobe Stock
Shutterstock

Makrofotografie – auf zu neuen Welten

Wenn man sich nurnoch eingeschränkt draußen bewegen kann, dann lassen sich mit der Makrofotografie ganz neue Welten entdecken. Der heimische Kühlschrank, Pflanzen auf dem Balkon oder ein Blick in die eigene Werkstatt lassen uns Neues im Kleinen entdecken.

Sigma 105 mm F2,8 EX Makro DG OS HSM-Objektiv (62 mm Filtergewinde) für Nikon Objektivbajonett
  • Lichtstarkes Tele-Makroobjektiv
  • OS (Optical Stabilizer) und HSM (Hyper Sonic Motor)

Ich selber war schon immer ein Fan der hochwertigen Sigma-Objektive (nicht die Schrott-Objektive die manchmal im Bundle mit Kameras verkauft werden). Auch im Bereich der Makro-Objektive habe ich hier meinen Favoriten gefunden. Mit knapp 400€ ist das SIGMA Makro 105mm F2,8 EX DG OS HSM (Amazon Affiliate-Link) ein optimales Makroobjektiv, auch für den Einsteiger.

Wir können wunderbare Details in Makroaufnahmen finden.
Wir können wunderbare Details in Makroaufnahmen finden.

Das Teil ist lichtstark, hat einen guten eingebauten Bildstabilisator und ermöglicht die 1:1-Abbildung des Motivs. Die Naheinstellgrenze liegt bei 31,2 cm, und dank der 105mm Brennweite kann man auch Motive wie Insekten aufnehmen, die bei zu kleiner Distanz verschreckt davonfliegen würden.

Die Ausgangssperre für menschenleere Aufnahmen nutzen

Wenn nicht gerade Corona ist, ist es meistens schwierig Aufnahmen zu erstellen, auf denen keine Menschen abgebildet sind. Meistens müssen wir in die Trickkiste greifen und Personen in Bildern durch die Verwendung von ND-Filtern und Langzeitbelichtungen eliminieren. Doch meistens, muss dennoch irgendwo immer nochmal nachgebessert werden, wenn Autos durchs Bild fahren, Fußgänger längere Zeit stehen bleiben oder Lichter stören. Die Ausgangssperre hilft uns nun dabei, unsere Ideen endlich menschenleer in die Tat umzusetzen.

Drohnenfotografie – ein ganz neuer Blickwinkel

Auch mit der Drohne eröffnen sich uns neue Sichtweisen. Das gute an Corona ist, dass kaum Fußgänger unterwegs sind. Während der Ausgangsbeschränkungen können wir nun oft auch dort fliegen, wo sich sonst sicherlich Leute beschweren würden (ja, meistens völlig zu Unrecht).

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Wer neu in das Thema einsteigen möchte, der braucht natürlich zuerst eine Drohne. Das kann recht teuer werden um diese Art der Fotografie einfach mal auszuprobieren, schließlich ist man mit einer professionellen DJI Mavic 2 Pro (Amazon Affiliate Link) schnell um die 1.000 Euro los.

Drohnenaufnahme eines abgestürzten Segelflugzeugs in Porta Westfalica

Es gibt aber auch kleinere Alternativen, wie zum Beispiel die DJI Mavic Mini (Amazon Affiliate Link) für knapp 400€ oder die DJI Mavic Air (Amazon Affiliate Link). Als ambitionierte Fotografen solltet Ihr allerdings darauf achten, dass die Drohne RAW-Aufnahmen und Belichtungsreihen anfertigen kann. So seid Ihr auf der sicheren Seite, und könnt in der Nachbearbeitung das meiste aus den Aufnahmen rausholen, denn was während des Fluges auf dem Display gut aussieht, entpuppt sich am Rechner oft als suboptimal. Gut, wenn Ihr dann noch Spielraum habt.

Bildbearbeitungsprogramme – andere Mütter haben auch schöne Töchter

Die meisten von uns entwickeln und bearbeiten ihre Bilder wohl mit den Platzhirschen „Lightroom“ und „Photoshop“ von Adobe. Die Programme sind komfortabel, stabil und vor allem extrem schnell, keine Frage. Aber den ein oder anderen stört das teure Abomodell. Meistens stößt uns aber der Gedanke an die Umgewöhnung ab und wir bleiben dann doch bei unseren bekannten Werkzeugen hängen. Nun haben wir aber einmal Zeit um zu testen, ob das Gras auf der anderen Seite nicht doch grüner ist.

Ich habe mir in den letzten Jahren folgende Programme genauer angeschaut und ausgiebig getestet:

Luminar 4 – für mich die beste Lightroom-Alternative, mit wirklich coolen Features
Affinity Photo – der beste Photoshop-Ersatz, aber leider extrem langsam
Aurora HDR – ein geniales HDR-Tool

Aurora HDR nutze ich immernoch, ansonsten bin ich wieder zu Adobe zurückgekehrt, denn die Performance von Lightroom und Photoshop, gerade bei großen Dateien und Projekten, ist in meinen Augen derzeit ungeschlagen.

Aber testet es doch selbst mal, Zeit genug haben wir ja nun. Zu allen oben genannten Programmen gibt es kostenlose Demozeiträume für Euren Test.

Ausgiebige Reinigung der Ausrüstung

Kameras, Objektive und Sensoren wollen von Zeit zu Zeit mal gereinigt werden. Mit den richtigen Tools geht das sogar recht einfach. Mit dem richtigen Reinigungskit (Amazon Affiliate Link) werdet Ihr dem Staub, dreck und Fett schnell Herr.

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Wer es sich zutraut, der kann auch die Sensorreinigung selbst durchführen (Amazon Affiliate Link). Ich empfehle Euch aber dringend, dies erst an einer älteren und nicht so wertvollen Kamera auszuprobieren. Mit Vorsicht und etwas Übung könnt Ihr Euch aber in Zukunft viel Geld und Wartezeit mit der Selbstreinigung sparen.

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